Spar dich reich

Bevor du dir Gedanken um neue Einnahmequellen machst, solltest du zunächst mit einem persönlichen Kassensturz beginnen. Erstelle dir hierfür eine Übersicht all deiner Einnahmen und Ausgaben. Es gibt bereits zahlreiche Apps, die dich unterstützen. Noch einfacher ist eine simple Excel-Tabelle. Wie diese aussehen kann, zeigt dir unsere Vorlage. (Download siehe unten)

Der Kassensturz

Bei deiner Finanz-Übersicht ist es sinnvoll bereits bei der Auflistung zwischen notwendigen fixen Ausgaben, wie Wohnkosten und Versicherungen oder Konsumausgaben zu unterscheiden. Auch hilft es die regelmäßigen Ausgaben für den Wocheneinkauf, Tanken und Freizeitaktivitäten kontinuierlich zu erfassen, um ein Gefühl für die tatsächlichen Beträge zu bekommen. So siehst du schnell, wenn es zu Steigerungen bei den Ausgaben im Laufe der Zeit kommt.

Ausgaben optimieren

Nachdem du nun einen Überblick über deine Finanzströme hast, also deinen tatsächlichen Cashflow, geht es im nächsten Schritt daran, diesen zu optimieren.

Tu dir dabei einen gefallen und fange nicht direkt bei dem an, was dir eigentlich am meisten Freude bereitet. Sei jedoch kritisch genug und hinterfrage jede Ausgabe. Ist sie notwendig? Gibt es Alternativen? Gibt es die gleiche Leistung auch günstiger? Im Folgenden wollen wir die vier Beispiele nennen, welche auch in gängigen Finanztipps weit oben aufgeführt werden.

1.      Prüfe deine Verpflichtungen

Verpflichtungen sind all deine Ausgaben, an die du vertraglich gebunden bist. Jeder Vertrag hat eine Laufzeit. Beim Handyvertrag sind das in der Regel 2 Jahre, die KFZ-Versicherung oder der Stromtarif oft ein Jahr. Trag dir am besten die Termine samt Kündigungsfrist in deinen Kalender ein und überprüfe diese regelmäßig.

Nur als Beispiel:
Wenn du zu den Wechselmuffel gehörst und noch Altverträge hast, kannst du schnell 50 € pro Monat (15€ beim Handy, 15€ beim Strom, 20€ beim Fahrzeug) sparen. Das sind am Ende des Jahres 600 €! Diese 50€ in einen Sparplan mit 3% Zinsen pro Jahr investiert bedeuten nach 10 Jahren ca. 7000 €. Die zugegeben niedrig angesetzten 3% Zinsen führen bei 7000 € zu einem jährlichen Cashflow von 210 €. Ohne weiteres Zutun.

2.      Prüfe deine Konsumausgaben

Ja, kleine Laster machen das Leben schöner. Aber auch hier lohnt sich ein kritischer Blick. Unser Lieblingsbeispiel ist der tägliche Becher Kaffee. Jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit entstehen so schnell Kosten von ca. 1,50€. Klingt erstmal nicht viel. Bei 220 Arbeitstagen kommen hier übers Jahr 330 € zusammen. Hinzu kommen dann schnell weitere Ausgeben, wie ein belegtes Brötchen oder die Butterbrezel. Allein durch die ersparten 300 – 400 € im ersten Jahr kannst du dir deine eigene vernünftige Kaffee-Maschine leisten. Davon profitierst du dann auch an arbeitsfreien Tagen und sparst langfristig Geld. Um herauszufinden, welche kostspieligen Laster du hast, nimm dir die Zeit und führe ein Haushaltsbuch. Sei gerade am Anfang etwas genauer. Mit der Zeit entwickelst du ein Gefühl dafür, wie viel du monatlich für einen bestimmten Lebensbereich benötigst. Diesen wiederkehrenden Betrag kannst du in deine Finanzplanung einbinden und ein entsprechendes Budget bereithalten.

3.      Meide den Dispo, wie der Teufel das Weihwasser

Ok es klingt etwas hart in der Überschrift. Aber ca. 10% Dispo-Zinsen im Vergleich zu einem Kredit zw. 2-5% Zinsen machen klar, wie teuer hier ein ungeplanter Notkauf werden kann.

Aber von vorne. Neben deinen monatlich wiederkehrenden Ausgaben für Wohnung, Fahrtkosten, Lebensmittel und Freizeitaktivitäten hast du mit Sicherheit auch Verträge, bei denen der Betrag einmal im Jahr abgezogen wird. So kommt einmal im Jahr die Versicherung (Unfall, Haftpflicht), das Auto (Steuern, Versicherung) oder der Urlaub. All diese Kosten sind bekannt und somit planbar. Dieses Geld solltest du monatlich auf ein separates Konto legen. Auch ist es quasi Pflicht, sich einen kleinen Puffer für Notfälle anzulegen. Sollte mal die Waschmaschine oder das Auto kaputt gehen, wird man schnell mit Kosten konfrontiert, die das monatlich zur Verfügung stehende Budget übersteigen.

Am besten du planst fixe Beträge pro Monat ein und „parkst“ diese außerhalb deines Girokontos. Für uns haben sich hier Tagesgeldkonten am besten bewährt. Es gibt zwar quasi keine Zinsen, dafür ist das Geld sofort verfügbar, wenn wir es benötigen. Gute Erfahrungen haben wir bereits mit Direktbanken wie ING (ehem. INGDiba), DKB oder Consors gemacht. Wir haben aktuell drei Tagesgeldkonten bei einer Bank. Einmal für den Urlaub, einmal für das Auto und einmal für den restlichen Haushalt. Dadurch werden geringere Einzelbeträge angezeigt und die Versuchung doch größere Ausgaben zu tätigen ist etwas kleiner. Zudem sind so die Finanzströme übersichtlicher.

Der positive Nebeneffekt, der euch richtig Geld spart, ist die Vermeidung des Dispo und ggf. anderer Kredite und damit teure Zinsen.

4.      Denke langfristig und setze dir Ziele

Doch was hilft der ganze Kassensturz mit Ausgaben-Neuordnung, wenn wir anschließend wieder in alte Muster verfallen. Jeder kennt die Situation nach Silvester. Die meisten guten Vorsätze sind doch schon gebrochen, bevor der Kater aus den Knochen verschwunden ist.

Auch dafür gibt es altbewährte Methoden. Als erstes solltest du dir ein Ziel setzen. Dieses sollte weit genug weg sein, damit du über den Faktor Zeit auch Geld ansammeln kannst, bzw. das Nicht-Ausgeben seine Wirkung zeigt. Aber nah genug dran, damit du auch noch etwas davon hast, wenn es erreicht wird. Ziele sind immer SMART – Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminiert. Je konkreter, desto besser. Es darf auch ambitioniert sein. Setzte dein Ziel lieber etwas zu hoch, als zu niedrig an.

Auf dem Weg zu deinem Ziel darfst du gerne Erfolgsrezepte anderer abgucken. So sind es immer wieder Personen des öffentlichen Lebens, dessen Tagesabläufe wir in Finanz- oder Businesszeitschriften lesen können. Hier ist immer wieder die Rede von Routinen. Ja auch wir haben seit Jahren etablierte Routinen entwickelt. Sie helfen uns bei ausreichend Bewegung, gesunder Ernährung und weiteren täglichen Notwendigkeiten. Diese Routinen festigen dein Handeln und lassen es ganz automatisch zu Gewohnheiten werden. Also gewöhnst du dir ganz nebenbei ein sparsames Verhalten an. Je einfacher und unkomplizierter, desto besser.

Diese Routinen helfen dir auch einem inflationären Lebensstil entgegen zu wirken. Nichts spricht dagegen, sich mal etwas zu gönnen. Dafür sparen wir ja schließlich. Aber eine „Lifestyle-Inflation“ wie wir sie täglich vorgelebt bekommen, führt beim besten Willen nicht dazu den Cashflow zu erhöhen. Zumindest nicht den positiven auf unser Konto.

Wenn du schon regelmäßig Geld ausgibst, dann investiere (NICHT konsumiere) in dich selbst. Investiere in deine Bildung, in dein Finanzwissen, aber auch in Softskills, und lerne dein Wissen anzuwenden.

Vorlage Haushaltsbuch

Wir hoffen, du konntest bereits die ersten gewinnbringenden Spartipps für dich mitnehmen. Vielleicht ist dir persönlich sogar noch etwas eingefallen, was wir gar nicht erwähnt haben. Zur Ergänzung darfst du gerne die Kommentarfunktion nutzen.

Durch den direkt sichtbaren Erfolg, kann Sparen sogar richtig Spaß machen. Und den wünschen wir dir dabei!

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